Mittwoch, 23. April 2008
The Mystery Begins...
Nun, vielleicht ist dies mein letzter Beitrag. Am letzten Montag haben wir uns definitiv auf die Suche nach dem Rätsel rund um Evil Liz gemacht und dabei harsträubende Entdeckungen machen müssen... Sound an, YouTube-Video laden und ihr könnt sehen, wieso es uns nie langweilig wird..
Mittwoch, 16. April 2008
Die Woche Zwei.
Nun, ich möchte mich gleich zu Beginn für die vielen Rat- Vor und Tiefschläge bedanken, die ich von eurer Seite her erhalten habe. Entgegen gewissen Äusserungen denke ich nicht, dass ich demnächst als Wurstspezialität irgendwo hinter der Theke hänge und ich hoffe auch nicht, dass unter der Fassade des Hauses in Wirklichkeit Lebkuchen ist. Verwundern würde es mich allerdings nicht.
Bevor ich zur Arbeit an der Botschaft komme und bevor ich die diplomatischen Erdbeben beschreibe, die ich bereits ausgelöst habe, werde ich noch kurz zu Evil Liz, Quasimodo und den Franzosen ein paar Worte verlieren.
Stehengeblieben sind wir ja eigentlich dort, wo der Kerl versucht hat, nochmals die Toilette zu reparieren und ich aber dann mit der Vorhängekette an der Tür diesem Tun im wahrsten Sinne des Wortes einen Riegel vorschob. In der Zwischenzeit ist noch ein Bayer eingezogen, ein goldiger Junge (jo mej), angehender Doktor der Biologie, welcher sich den inneren Organe einer 1.5mm Tiefseeschnecke verschrieben hat. Wir verstehe uns sehr gut und auch er findet das Haus ein bisschen seltsam.
Einen ganz grossen Fehler habe ich beim letzten Beitrag gemacht, indem ich nicht erwähnt habe, dass Evil Liz ursprünglich aus den Philippinen kommt. Unter diesem Licht war dann nach kurzer Diskussion mit einer Botschaftskollegin auch klar, dass der Quasimodo vermutlich ein illegaler Einwanderer ist, der sich bei ihr versteckt, ergo auch weder Englisch noch Schwedisch kann und sein Gesicht deshalb verbergen wollte, weil ich den dunklen Teint auch morgens um 4 gleich erkannt hätte. Dieses Rätsel ist gelöst und ich darf auch sagen, dass die letzte Woche eigentlich ruhig verlaufen ist, keine Störungen mehr um morgens um Vier, doch auch keine zu ende reparierte Toilette. Dieser Umstand äussert sich nun darin, dass man zwar alles tun kann, was man mit einer Toilette gerne tut, der Fuss der Besagten jedoch weder angeschraubt noch einbetoniert ist; sie steht, oder besser gesagt sie stitzt, einfach da. Aber sie funktioniert..
Eben. Am letzten Sonntag habe ich mir dann gedacht, dass es doch eigentlich ganz gut ist, wo ich wohne (man wird genügsam), dass es auch nichts macht, dass ich den Grund für die verschlossenen Türen nicht kenne, dass es auch nichts macht, dass egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit wir nach Hause kommen, Evil Liz am Fenster steht, schliesslich gibt das ein Gefühl der Sicherheit. In jedem Raum hat sie zudem auch einen Feuermelder (das verstehe ich ja noch) und etwa 4 Temperaturmelder angebracht, wovon teilweise ein paar mit Remotecontrol ausgestattet sind, damit sie die Temperatur in unserem Zimmer von ihrer Wohnung aus Überwachen kann. Da mir ja (wie im früheren Beitrag erwähnt) manchmal kalt war, habe ich von unserem Kanzleiweibel auf der Botschaft so einen Heissluft-Wärmer erhalten und natürlich würde sie es über die Remote-Temperaturmesser merken, wenn der Heizer läuft und gemütliche 23° im Raume verbreitet. Aber sie hat die Rechnung ohne mich gemacht. Seit ein paar Tagen ist es nun mein Hobby, diese mobilen Remote-Controls mal in den Tiefkühler zu legen, mal auf den Backofen, so dass es zwischen - 10° bis über 45° schon etliche Temperaturschwankungen im Hause hatte. Zumindest aus ihrer Optik.
Also, ich sass an diesem Sonntagnachmittag so da und denke ein bisschen vor mich hin, da kommt Evil Liz zur Tür hinein. Das heisst, sie hat's versucht, denn der Bayer und ich haben beschlossen, das Kettchen an der Tür immer zu gebrauchen (obwohl es nichts bringt, man könnte es auch von aussen lösen, sie weiss es nur nicht). Ah, wie sich Evil Liz geärgert hat, "wir seien eine Saubande" meinte sie, "sie hätte uns doch schon gesagt, wir sollen nichts verschliessen" und im gleichen Atemzug meinte sie noch, wie seien in einem der geheimen, mysteriösen Zimmern gewesen, sie hätte den elektronischen Hund gehört, den sie als Bewegungsmelder dort angebracht hat. pfff...
Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte der Leserin, dem Leser klar sein, dass Evil Liz total paranoid ist. Wären wir in irgendeinem verbotenen Zimmer gewesen, hätten pro verbotene Tür ca. 30 legale Alarmanlagen losgedröhnt, nicht zu erwähnen, dass wir ja gar keine verbotenen Schlüssel zu den verbotenen Türen besassen, auch nicht zu den unsrigen erlaubten Zimmern. Das schien ihr überhaupt nicht einzuleuchten und sie schnaubte und stiefelte und murmelte irgendwas, so dass ich das Gefühl bekam, ich wäre gerade Zeuge meiner eigenen Verhexung geworden.
Eben, wir hatten ja keine Schlüssel für unsere Zimmer und so konnten wir auch nichts aufschliessen und leider auch nichts zuschliessen. Doch sie, sie hatte einen ganzen Sack voller Schlüssel. So kam es, dass ich am Montag von der Arbeit nach Hause kam und mein Zimmer verschlossen vorfand. Die übers Handy orienterte Evil Liz bestritt zwar jegliche Beteiligung an diesem Spuk (in Schweden kann es durchaus mal vorkommen, dass sich Türen von selbst verschliessen), meinte noch, wir hätten das bestimmt selbst gemacht, um sie zu ärgern (jaja... sicher) öffnete die Tür, gab mir einen anderen Schlüssel für mein Zimmer (der leider nicht funktioniert) und zottelte wutentbrand davon. Sie ist ein Freak! .. und wisst ihr was? Neulich kam sie noch zu mir und sagte, sie hätte das Recht in mein Zimmer zu gehen, wann sie wolle, es stehe so im Vertrag und sowieso sei sie eine nette Person. Da bin ich ja beruhigt, ich dachte nämlich schon, sie sei in Wirklichkeit Hannibal Lecters Therapeutin im Ruhestand.
Soweit eigentlich die Szenerie bei mir zu Hause. Würden da nicht die Franzosen (nennen wir sie doch Julien und Elsa) und der Schneckensammler aus Bayern (nennen wir ihn Thomas) wohnen, hätte ich längst mein Zimmer mit Knoblauch behängt und einen Kreidekreis um mein Bett gezogen. So aber lässt es sich ganz gut leben, die Hexe ist immer für eine Überraschung gut und die andern Drei helfen mir dann beim Lachen, Enträtseln und Nachforschen, weil ihnen geht es ja nicht besser.
Das Leben an der Botschaft geht schon einiges gesitteter zu. Zum Glück! Ich habe hier mein Büro gleich in der Nähe zum Büro des Botschafters, sowie des Botschaftsrates und kriege durch die 'offene Tür'-Politik eigentlich auch ganz viel mit. Meine Aufgabe ist nebst der Erledigung von so verschiedenen kleinen Sachen und Projekten unter anderem bei der Organisation der Euro'08-Festivitäten mitzuhelfen. Ziel wäre es eigentlich, die Schweiz über die Euro'08 in Schweden ein bisschen bekannter zu machen, irgendwie die Gunst der Stunde zu nutzen. Das wird auch gelingen, was wir jedoch genau machen, das schreibe ich dann ein andermal. Natürlich sind die Österreicher auch nicht am schlafen und so kam es, dass ich bereits Ihre Exzellenz Botschafter aus Österreich an einer Sitzung begrüssen durfte. Schön, nicht?
Sowieso konnte ich schon an einige Treffen und Sitzungen und das ist immer sehr spannend. Für den Tag der Sprachen, der im September hier in Stockholm stattfindet, hatte ich zum Beispiel ein Meeting mit dem Goethe-Institut hier in Schweden. An dieser Sitzung waren nebst Deutschexperten auch die Praktikantin der Deutschen Botschaft und wie ich da so sitze, habe ich gemerkt, dass sie ein bisschen Angela Merkel ähnelt. Ja, ziemlich stark eigentlich und ich musste mir natürlich dann auch überlegen, ob dies vielleicht gar kein Zufall ist und die Deutschen kleine Mini-Angelas als Vertretung ins Ausland schicken? Oder vielleicht sehe ich ja auch aus wie Pascal Chouchepin? Während mir diese Schaudergedanken um unseren Bundespräsidenten und meiner Wenigkeit durch den Kopf gehen, war die Sitzung fertig.
Obwohl ich tagsdarauf nicht mehr an meinem Couchepin-Komplex rumstudierte und obwohl mir die Prakikatin als "Gianna" vorgestellt wurde, sprach ich sie natürlich mit Angela an. Ja das war dann nicht so ideal und ich sicherte ihr zu, dass das ein reiner Versprecher "gianna vs. angela" war und versprach ihr, dass ich mich dafür mit einem Bier irgendwann revanchiere. Sie stimmte zu und ab diesem Zeitpunkt wurde mir auch bewusst, dass Diplomatische Verspannungen auch mal mit einem kalten Hopfentee gelockert werden können. Et volià.
So, mehr zu lesen gibt es ein andermal. Morgen kommt der erste Besuch und ich bin gespannt, wie das weitergeht. Eine Frage der Woche kommt mir so spontan nicht in den Sinn, aber vielleicht gibts ja Fragen von euch? :)
Bevor ich zur Arbeit an der Botschaft komme und bevor ich die diplomatischen Erdbeben beschreibe, die ich bereits ausgelöst habe, werde ich noch kurz zu Evil Liz, Quasimodo und den Franzosen ein paar Worte verlieren.
Stehengeblieben sind wir ja eigentlich dort, wo der Kerl versucht hat, nochmals die Toilette zu reparieren und ich aber dann mit der Vorhängekette an der Tür diesem Tun im wahrsten Sinne des Wortes einen Riegel vorschob. In der Zwischenzeit ist noch ein Bayer eingezogen, ein goldiger Junge (jo mej), angehender Doktor der Biologie, welcher sich den inneren Organe einer 1.5mm Tiefseeschnecke verschrieben hat. Wir verstehe uns sehr gut und auch er findet das Haus ein bisschen seltsam.
Einen ganz grossen Fehler habe ich beim letzten Beitrag gemacht, indem ich nicht erwähnt habe, dass Evil Liz ursprünglich aus den Philippinen kommt. Unter diesem Licht war dann nach kurzer Diskussion mit einer Botschaftskollegin auch klar, dass der Quasimodo vermutlich ein illegaler Einwanderer ist, der sich bei ihr versteckt, ergo auch weder Englisch noch Schwedisch kann und sein Gesicht deshalb verbergen wollte, weil ich den dunklen Teint auch morgens um 4 gleich erkannt hätte. Dieses Rätsel ist gelöst und ich darf auch sagen, dass die letzte Woche eigentlich ruhig verlaufen ist, keine Störungen mehr um morgens um Vier, doch auch keine zu ende reparierte Toilette. Dieser Umstand äussert sich nun darin, dass man zwar alles tun kann, was man mit einer Toilette gerne tut, der Fuss der Besagten jedoch weder angeschraubt noch einbetoniert ist; sie steht, oder besser gesagt sie stitzt, einfach da. Aber sie funktioniert..
Eben. Am letzten Sonntag habe ich mir dann gedacht, dass es doch eigentlich ganz gut ist, wo ich wohne (man wird genügsam), dass es auch nichts macht, dass ich den Grund für die verschlossenen Türen nicht kenne, dass es auch nichts macht, dass egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit wir nach Hause kommen, Evil Liz am Fenster steht, schliesslich gibt das ein Gefühl der Sicherheit. In jedem Raum hat sie zudem auch einen Feuermelder (das verstehe ich ja noch) und etwa 4 Temperaturmelder angebracht, wovon teilweise ein paar mit Remotecontrol ausgestattet sind, damit sie die Temperatur in unserem Zimmer von ihrer Wohnung aus Überwachen kann. Da mir ja (wie im früheren Beitrag erwähnt) manchmal kalt war, habe ich von unserem Kanzleiweibel auf der Botschaft so einen Heissluft-Wärmer erhalten und natürlich würde sie es über die Remote-Temperaturmesser merken, wenn der Heizer läuft und gemütliche 23° im Raume verbreitet. Aber sie hat die Rechnung ohne mich gemacht. Seit ein paar Tagen ist es nun mein Hobby, diese mobilen Remote-Controls mal in den Tiefkühler zu legen, mal auf den Backofen, so dass es zwischen - 10° bis über 45° schon etliche Temperaturschwankungen im Hause hatte. Zumindest aus ihrer Optik.
Also, ich sass an diesem Sonntagnachmittag so da und denke ein bisschen vor mich hin, da kommt Evil Liz zur Tür hinein. Das heisst, sie hat's versucht, denn der Bayer und ich haben beschlossen, das Kettchen an der Tür immer zu gebrauchen (obwohl es nichts bringt, man könnte es auch von aussen lösen, sie weiss es nur nicht). Ah, wie sich Evil Liz geärgert hat, "wir seien eine Saubande" meinte sie, "sie hätte uns doch schon gesagt, wir sollen nichts verschliessen" und im gleichen Atemzug meinte sie noch, wie seien in einem der geheimen, mysteriösen Zimmern gewesen, sie hätte den elektronischen Hund gehört, den sie als Bewegungsmelder dort angebracht hat. pfff...
Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte der Leserin, dem Leser klar sein, dass Evil Liz total paranoid ist. Wären wir in irgendeinem verbotenen Zimmer gewesen, hätten pro verbotene Tür ca. 30 legale Alarmanlagen losgedröhnt, nicht zu erwähnen, dass wir ja gar keine verbotenen Schlüssel zu den verbotenen Türen besassen, auch nicht zu den unsrigen erlaubten Zimmern. Das schien ihr überhaupt nicht einzuleuchten und sie schnaubte und stiefelte und murmelte irgendwas, so dass ich das Gefühl bekam, ich wäre gerade Zeuge meiner eigenen Verhexung geworden.
Eben, wir hatten ja keine Schlüssel für unsere Zimmer und so konnten wir auch nichts aufschliessen und leider auch nichts zuschliessen. Doch sie, sie hatte einen ganzen Sack voller Schlüssel. So kam es, dass ich am Montag von der Arbeit nach Hause kam und mein Zimmer verschlossen vorfand. Die übers Handy orienterte Evil Liz bestritt zwar jegliche Beteiligung an diesem Spuk (in Schweden kann es durchaus mal vorkommen, dass sich Türen von selbst verschliessen), meinte noch, wir hätten das bestimmt selbst gemacht, um sie zu ärgern (jaja... sicher) öffnete die Tür, gab mir einen anderen Schlüssel für mein Zimmer (der leider nicht funktioniert) und zottelte wutentbrand davon. Sie ist ein Freak! .. und wisst ihr was? Neulich kam sie noch zu mir und sagte, sie hätte das Recht in mein Zimmer zu gehen, wann sie wolle, es stehe so im Vertrag und sowieso sei sie eine nette Person. Da bin ich ja beruhigt, ich dachte nämlich schon, sie sei in Wirklichkeit Hannibal Lecters Therapeutin im Ruhestand.
Soweit eigentlich die Szenerie bei mir zu Hause. Würden da nicht die Franzosen (nennen wir sie doch Julien und Elsa) und der Schneckensammler aus Bayern (nennen wir ihn Thomas) wohnen, hätte ich längst mein Zimmer mit Knoblauch behängt und einen Kreidekreis um mein Bett gezogen. So aber lässt es sich ganz gut leben, die Hexe ist immer für eine Überraschung gut und die andern Drei helfen mir dann beim Lachen, Enträtseln und Nachforschen, weil ihnen geht es ja nicht besser.
Das Leben an der Botschaft geht schon einiges gesitteter zu. Zum Glück! Ich habe hier mein Büro gleich in der Nähe zum Büro des Botschafters, sowie des Botschaftsrates und kriege durch die 'offene Tür'-Politik eigentlich auch ganz viel mit. Meine Aufgabe ist nebst der Erledigung von so verschiedenen kleinen Sachen und Projekten unter anderem bei der Organisation der Euro'08-Festivitäten mitzuhelfen. Ziel wäre es eigentlich, die Schweiz über die Euro'08 in Schweden ein bisschen bekannter zu machen, irgendwie die Gunst der Stunde zu nutzen. Das wird auch gelingen, was wir jedoch genau machen, das schreibe ich dann ein andermal. Natürlich sind die Österreicher auch nicht am schlafen und so kam es, dass ich bereits Ihre Exzellenz Botschafter aus Österreich an einer Sitzung begrüssen durfte. Schön, nicht?
Sowieso konnte ich schon an einige Treffen und Sitzungen und das ist immer sehr spannend. Für den Tag der Sprachen, der im September hier in Stockholm stattfindet, hatte ich zum Beispiel ein Meeting mit dem Goethe-Institut hier in Schweden. An dieser Sitzung waren nebst Deutschexperten auch die Praktikantin der Deutschen Botschaft und wie ich da so sitze, habe ich gemerkt, dass sie ein bisschen Angela Merkel ähnelt. Ja, ziemlich stark eigentlich und ich musste mir natürlich dann auch überlegen, ob dies vielleicht gar kein Zufall ist und die Deutschen kleine Mini-Angelas als Vertretung ins Ausland schicken? Oder vielleicht sehe ich ja auch aus wie Pascal Chouchepin? Während mir diese Schaudergedanken um unseren Bundespräsidenten und meiner Wenigkeit durch den Kopf gehen, war die Sitzung fertig.
Obwohl ich tagsdarauf nicht mehr an meinem Couchepin-Komplex rumstudierte und obwohl mir die Prakikatin als "Gianna" vorgestellt wurde, sprach ich sie natürlich mit Angela an. Ja das war dann nicht so ideal und ich sicherte ihr zu, dass das ein reiner Versprecher "gianna vs. angela" war und versprach ihr, dass ich mich dafür mit einem Bier irgendwann revanchiere. Sie stimmte zu und ab diesem Zeitpunkt wurde mir auch bewusst, dass Diplomatische Verspannungen auch mal mit einem kalten Hopfentee gelockert werden können. Et volià.
So, mehr zu lesen gibt es ein andermal. Morgen kommt der erste Besuch und ich bin gespannt, wie das weitergeht. Eine Frage der Woche kommt mir so spontan nicht in den Sinn, aber vielleicht gibts ja Fragen von euch? :)
Montag, 7. April 2008
The Creepy Rocky Horror Picture House on Elm Street
Nun, ich habe ja in meinem vorangehenden Beitrag bereits erwähnt, dass ich in einem kalten Zimmer wohne, ein bisschen ausserhalb von Stockholm (allerdings nur 15Min. von Tür zu Tür!), mit einer etwas geldgierigen Vermieterin. Schön und gut.
Man muss sich das Haus so vorstellen: es ist in einem ruhigen Quartier,doch nahe einer Schnellstrasse, ein bisschen auf einem Hügel und müsste mal frisch gestrichen werden. Rund herum hats, obwohl ich noch nie hinter dem Haus war, viel Gestrüpp und es sieht eher wie bei Dornröschen aus, als wie bei Prinzessin Madleine vor dem Schloss. Kommt man unten durch den vermutlich weissen Gartenzaun, gibts gleich eine Gartentreppe nach oben, welche zu den drei potentiellen Hauseingängen führt. Der Eingang zur Wohnung wo ich wohne, ist der Unweiteste zur Gartentreppe.
Meine Vermieterin wohnt vermutlich auch in diesem Haus, genauer gesagt in einer Wohnung über meiner Wohnung, so genau weiss ich das nicht. Ebenfalls wohnt noch jemand anderes in der Wohnung meiner Vermieterin, aber wer das sein könnte.. den Schritten und den unverständlichen Worten muss es sich um ein männliches Wesen handeln. Aussen wie in der Wohnung, in der ich lebe, hat es diverse Türen, die verschlossen sind und bei welchen ich keine Ahnung habe, wohin sie führen. Einen Schlüssel für die Wohnungstür hab ich, fürs Zimmer wollte sie mir keinen geben, "solange keine andere, zusätzliche Person mit mir die Wohnung teile".
Nun, in meiner Wohnung ist es zudem (wie erwähnt) ziemlich kalt und gleich bei der Ankunft musste ich auch bemerken, das die Toilette nach dem Betätigen des selbstgebastelten Spühlhebels nicht automatisch den Spühlkasten schliesst und entsprechend das Wasser nur so den Bach runter läuft. Auf diesen Umstand aufmerksam gemacht, meinte die Vermieterin (nennen wir sie doch Evil Liz), sie hätte den Plumber bereits bestellt, am Freitagnachmittag werde das repariert. Super.
Freitags war ich am Nachmittag auf Stadtbummel, am Abend blieb ich zu Hause und las in einem Buch, dass ich mir bei Ahlens im Stadtzentrum gekauft habe. Die Toilette, sie ist gleich neben meinem Zimmer, war zu diesem Zeitpunkt nicht geflickt, gestört hat mich das aber irgendwie auch nicht, weil der selbstgebastelte Spühlhebel tat mit ein bisschen Übung auch seinen Dienst. So gegen Mitternacht, glaub ich, bin ich dann eingepennt. - 1 Stunde - 2 Stunden - 3 Stunden - Um 4.00 morgens rumpelt es in der Wohnung: Schritte, Werkzeuge, hie und da ein Keuchen. Der Boden wie die Wände sind so dünn, dass man jeden Schritt durchs Holz knarren hört; ich habe gesehen, dass selbst die Mäuse noch Gummisohlen anziehen, um unentdeckt zu bleiben, nicht zu erwähnen, dass sie untereinander nur flüstern.
Nun war ich wach. Hellwach und ich wusste, dass da einer im Badezimmer seinen Unfug trieb. Einfach so kam er aber sicher nicht rein, die Vermieterin hat an jedem Fenster und an jeder Tür diese batteriebetriebenen Alarmdinger installiert, keine Chance ungehört einzubrechen. Mir war klar, dass er einen Schlüssel hatte. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber morgens um 4 eine WC-Schüssel zu reparieren, fand ich doch ein bisschen schräg. Also machte ich mich auf und ging in den Gang. Draussen vor meiner Tür kniete ein Mann mit grüner Skijacke auf dem Boden, um sich herum ein paar Werkzeuge verstreut und die Kapuze der Jacke tief ins Gesicht gezogen, damit ich ihn ja-nicht sehen konnte. Mein "hej" beantwortete er mit einem unverständlichen und kurzen Grummeln und irritiert wie ich war, lief ich zuerst mal in die Küche. Nach einem halben Glas Wasser und kurzer Bedenkzeit ging ich zurück und fragte, ob ich denn etwas Helfen könnte (da ich schon wach war, fand ich dieses Angebot mehr als angebracht), doch auch hier war die Antwort ein zwar diesmal etwas längeres Grummeln, jedoch ohne Gesicht und ohne grössere Konversation. Seine Hand zeigte unmissverständlich, dass er die Lage selbst im Griff hätte.
Zurüch in meine Zimmer fand ich das natürlich jetzt gar nicht mehr so lustig. Ich meine, dass einer morgens um 4 noch herumwerkelt, ging noch, dass er sein Gesicht nicht zeigen wollte, fand ich äusserst suspekt und war Grund genug, dem Schlaf noch ein Weilchen fern zu bleiben. Es blieben mir zwei Varianten: Entweder ist er der meistgesuchteste Kriminelle Schwedens, der sich in unserem Haus versteckt, oder es ist der Bruder von Quasimodo, weshalb er sein Gesicht nur an Familienfeiern zu erkennen gibt.
Ein paar SMS in die Runde brachten irgendwie nicht den gewünschten Effekt, waren um 04.30 doch eigentlich alle noch am Schlafen. Doch plötzlich besann ich mich, dass Freund Moritz in Singapur ja 6 Stunden voraus war und Freund Yves meist das Handy angestellt liess, da er sowieso noch was fürs Geschäft erledigen musste. Es waren denn auch wirklich die Beiden, die geantwortet haben. Wir kamen durch zahlreiche SMS übereins, dass die Polizei wohl nicht wirklich zu holen ist, soweit war der Kerl draussen ja auch nur die Toilette am reparieren. Mein Zimmer jedoch stand ab diesem Zeitpunkt unter Alarmzustand.
So gegen 06.00 war der Spuk vorbei und der Kerl war weg. Ich ging nach draussen und musste verdutzt feststellen, dass gar nix verändert wurde. Nix geflickt! Nun war's genug. Kurz mit Moritz abgesprochen, lief ich die 150m zur nächsten Bahnhaltestelle und wählte übers Handy 112. Die Notrufnummer in Schweden ist für alles gut, ob man nun die Feuerwehr, die dargebotene Hand, die Polizei oder wie ich, die Geisterjäger brauchte. Der sehr freundliche Herr am anderen Ende meinte, nach Schilderung meiner Lage (ich meine, ich habe ihm auch gesagt, dass ich vermutlich obdachlos bin, wenn sie mit einem Grossaufgebot ein Haus stürmen, wo ich nur Untermieter bin) meinte er, ein Rapport müsse dann wohl reichen, beim nächsten Mal solle ich die Polizei rufen, wenn der Kerl noch im Hause isei.
Samstagnachmittag habe ich dann durch ein Kurzmitteilung Evil Liz klar gemacht, dass ich solche Aktionen nicht sonderlich toll finden würde. Ihre Antwort war kurz und klar: ich sei undankbar, schliesslich seien die Arbeiten ja zu meinen Gunsten ausgeführt worden. Aha! Bitte entschuldigen Sie! >> Dumme Kuh....
Samstagabend war dann ganz gemütlich. Helena, momentan Austauschstudentin in Fribourg doch an diesem Wochenende wegen Onkelgeburtstag in Stockholm, nahm mich zu einem Sushi-Essen mit und danach lernte ich noch ein paar Bars und Clubs kennen. Die einen näher, die anderen aus der Ferne. So gegen Viertel vor Vier war ich dann zu Hause und im Bett. Kaum 45Minuten geschlafen, kam der laute Quasimodo wieder (ok, diesmal kam er 30 Minuten später als in der Nacht zuvor, aber wer von uns schläft am Sonntag nicht auch gerne mal ein bisschen länger). Also, der Laute kam. Ich meine, ich hatte schon das eine oder andere Bier, aber auch nicht sooo viel, dass ich das Austauschen einer ganzen WC-Schüssel um morgens um halb 5 nicht mitkriegen würde!! Doch auch diesmal habe ich die Polizei nicht gerufen und auch diesmal war er um 6.00 wieder weg. Der Sonntag begann.
Mir war es dann irgendwie zu blöd, Evil Liz nochmals eine SMS zu schicken, obwohl die Toilette noch nicht ganz fertig repariert / installiert war. Ich verbrachte den Sonntagnachmittag mit Lesen und ging noch ein fettes z'nacht einkaufen. Irgendwann begann es zu regnen und es wurde so kalt, dass ich mit meinem Buch in die Küche ging und neben einer heissen Tasse Tee zuerst den Backofen auf 250° und dann mit geöffneter Backofentür die Küche auf 25° vorheizte. Summerfeeling pur, trotz Regen.
Plötzlich klopfte es an der Wohnungstür. Man muss wissen, dass es gleich nach dem kleinen Eingangsbereich der Wohnungstür links zur Küche geht. Ich ging nicht öffnen, Besuch erwartete ich erst in 10 Tagen und als Schweizer ist man meistens überpünktlich. Es klopfte noch einmal. Aus dem Küchenfenster sah ich zwei Gestalten vor der Tür, jung und verregnet. Erster Gedanke: Die suchen ein Zimmer.
Die Tür öffnend sah ich eine junge Frau und einen jungen Mann, einer wie ich es bin und sie fragten mich, ob Evil Liz vielleicht zugegen war. War sie nicht, zumindest nicht bei mir und ich fragte sie umgekehrt, was sie denn wollten. Wie der Zufall so spielt, waren sie meine Nachbarn, am Samstag eingezogen und ich bat sie, in anbetracht des Spukes, welcher sich in diesem Haus abspielte, kurz zu mir in die (zugegebenermassen) sehr warmen Küche. Zwei Franzosen (aus Annecy, resp. von der Uni Grenoble) und meine erste Frage an sie war, ob sie es denn nicht auch als ziemlich 'bizarre' empfinden würde, was in diesem Haus geschieht. Aï, das war ein Volltreffer, wir verstanden uns prächtig und sie erzählten mir ihre Geschichte und ich die meine und so haben wir nach einer Portion Fajitas und einer Folge 'Dr.House' in ihrer Wohnung gleich Freundschaft geschlossen. Bizarre sind das Haus, Quasimodo, Evil Liz und die vielen Alarmanlagen zwar immer noch, doch zu Dritt ist es irgendwie auszuhalten. Affaire à Suivre.
FRAGE DER WOCHE: Was meint ihr, was Evil Liz zu verstecken hat? Wer ist der Kerl mit der grünen Kapuzenjacke?
Übrigens: Auf Anraten der beiden Franzosen habe ich die Eingangstür trotz Befehl von Evil Liz mit Schloss und Riegel gestern Abend abgesperrt. Heute morgen um 05.00 (der Montag scheint nicht sein Ding zu sein) hörte ich dann jemanden an der Tür und kurz darauf wieder die Schritte über meiner Decke - später erhielt ich dann auch eine Message von Evil Liz, ich solle die Tür gefälligst nicht so verriegeln. Doch ich sage euch, ich werde es auch heute Abend wieder tun. :)
Man muss sich das Haus so vorstellen: es ist in einem ruhigen Quartier,doch nahe einer Schnellstrasse, ein bisschen auf einem Hügel und müsste mal frisch gestrichen werden. Rund herum hats, obwohl ich noch nie hinter dem Haus war, viel Gestrüpp und es sieht eher wie bei Dornröschen aus, als wie bei Prinzessin Madleine vor dem Schloss. Kommt man unten durch den vermutlich weissen Gartenzaun, gibts gleich eine Gartentreppe nach oben, welche zu den drei potentiellen Hauseingängen führt. Der Eingang zur Wohnung wo ich wohne, ist der Unweiteste zur Gartentreppe.
Meine Vermieterin wohnt vermutlich auch in diesem Haus, genauer gesagt in einer Wohnung über meiner Wohnung, so genau weiss ich das nicht. Ebenfalls wohnt noch jemand anderes in der Wohnung meiner Vermieterin, aber wer das sein könnte.. den Schritten und den unverständlichen Worten muss es sich um ein männliches Wesen handeln. Aussen wie in der Wohnung, in der ich lebe, hat es diverse Türen, die verschlossen sind und bei welchen ich keine Ahnung habe, wohin sie führen. Einen Schlüssel für die Wohnungstür hab ich, fürs Zimmer wollte sie mir keinen geben, "solange keine andere, zusätzliche Person mit mir die Wohnung teile".
Nun, in meiner Wohnung ist es zudem (wie erwähnt) ziemlich kalt und gleich bei der Ankunft musste ich auch bemerken, das die Toilette nach dem Betätigen des selbstgebastelten Spühlhebels nicht automatisch den Spühlkasten schliesst und entsprechend das Wasser nur so den Bach runter läuft. Auf diesen Umstand aufmerksam gemacht, meinte die Vermieterin (nennen wir sie doch Evil Liz), sie hätte den Plumber bereits bestellt, am Freitagnachmittag werde das repariert. Super.
Freitags war ich am Nachmittag auf Stadtbummel, am Abend blieb ich zu Hause und las in einem Buch, dass ich mir bei Ahlens im Stadtzentrum gekauft habe. Die Toilette, sie ist gleich neben meinem Zimmer, war zu diesem Zeitpunkt nicht geflickt, gestört hat mich das aber irgendwie auch nicht, weil der selbstgebastelte Spühlhebel tat mit ein bisschen Übung auch seinen Dienst. So gegen Mitternacht, glaub ich, bin ich dann eingepennt. - 1 Stunde - 2 Stunden - 3 Stunden - Um 4.00 morgens rumpelt es in der Wohnung: Schritte, Werkzeuge, hie und da ein Keuchen. Der Boden wie die Wände sind so dünn, dass man jeden Schritt durchs Holz knarren hört; ich habe gesehen, dass selbst die Mäuse noch Gummisohlen anziehen, um unentdeckt zu bleiben, nicht zu erwähnen, dass sie untereinander nur flüstern.
Nun war ich wach. Hellwach und ich wusste, dass da einer im Badezimmer seinen Unfug trieb. Einfach so kam er aber sicher nicht rein, die Vermieterin hat an jedem Fenster und an jeder Tür diese batteriebetriebenen Alarmdinger installiert, keine Chance ungehört einzubrechen. Mir war klar, dass er einen Schlüssel hatte. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber morgens um 4 eine WC-Schüssel zu reparieren, fand ich doch ein bisschen schräg. Also machte ich mich auf und ging in den Gang. Draussen vor meiner Tür kniete ein Mann mit grüner Skijacke auf dem Boden, um sich herum ein paar Werkzeuge verstreut und die Kapuze der Jacke tief ins Gesicht gezogen, damit ich ihn ja-nicht sehen konnte. Mein "hej" beantwortete er mit einem unverständlichen und kurzen Grummeln und irritiert wie ich war, lief ich zuerst mal in die Küche. Nach einem halben Glas Wasser und kurzer Bedenkzeit ging ich zurück und fragte, ob ich denn etwas Helfen könnte (da ich schon wach war, fand ich dieses Angebot mehr als angebracht), doch auch hier war die Antwort ein zwar diesmal etwas längeres Grummeln, jedoch ohne Gesicht und ohne grössere Konversation. Seine Hand zeigte unmissverständlich, dass er die Lage selbst im Griff hätte.
Zurüch in meine Zimmer fand ich das natürlich jetzt gar nicht mehr so lustig. Ich meine, dass einer morgens um 4 noch herumwerkelt, ging noch, dass er sein Gesicht nicht zeigen wollte, fand ich äusserst suspekt und war Grund genug, dem Schlaf noch ein Weilchen fern zu bleiben. Es blieben mir zwei Varianten: Entweder ist er der meistgesuchteste Kriminelle Schwedens, der sich in unserem Haus versteckt, oder es ist der Bruder von Quasimodo, weshalb er sein Gesicht nur an Familienfeiern zu erkennen gibt.
Ein paar SMS in die Runde brachten irgendwie nicht den gewünschten Effekt, waren um 04.30 doch eigentlich alle noch am Schlafen. Doch plötzlich besann ich mich, dass Freund Moritz in Singapur ja 6 Stunden voraus war und Freund Yves meist das Handy angestellt liess, da er sowieso noch was fürs Geschäft erledigen musste. Es waren denn auch wirklich die Beiden, die geantwortet haben. Wir kamen durch zahlreiche SMS übereins, dass die Polizei wohl nicht wirklich zu holen ist, soweit war der Kerl draussen ja auch nur die Toilette am reparieren. Mein Zimmer jedoch stand ab diesem Zeitpunkt unter Alarmzustand.
So gegen 06.00 war der Spuk vorbei und der Kerl war weg. Ich ging nach draussen und musste verdutzt feststellen, dass gar nix verändert wurde. Nix geflickt! Nun war's genug. Kurz mit Moritz abgesprochen, lief ich die 150m zur nächsten Bahnhaltestelle und wählte übers Handy 112. Die Notrufnummer in Schweden ist für alles gut, ob man nun die Feuerwehr, die dargebotene Hand, die Polizei oder wie ich, die Geisterjäger brauchte. Der sehr freundliche Herr am anderen Ende meinte, nach Schilderung meiner Lage (ich meine, ich habe ihm auch gesagt, dass ich vermutlich obdachlos bin, wenn sie mit einem Grossaufgebot ein Haus stürmen, wo ich nur Untermieter bin) meinte er, ein Rapport müsse dann wohl reichen, beim nächsten Mal solle ich die Polizei rufen, wenn der Kerl noch im Hause isei.
Samstagnachmittag habe ich dann durch ein Kurzmitteilung Evil Liz klar gemacht, dass ich solche Aktionen nicht sonderlich toll finden würde. Ihre Antwort war kurz und klar: ich sei undankbar, schliesslich seien die Arbeiten ja zu meinen Gunsten ausgeführt worden. Aha! Bitte entschuldigen Sie! >> Dumme Kuh....
Samstagabend war dann ganz gemütlich. Helena, momentan Austauschstudentin in Fribourg doch an diesem Wochenende wegen Onkelgeburtstag in Stockholm, nahm mich zu einem Sushi-Essen mit und danach lernte ich noch ein paar Bars und Clubs kennen. Die einen näher, die anderen aus der Ferne. So gegen Viertel vor Vier war ich dann zu Hause und im Bett. Kaum 45Minuten geschlafen, kam der laute Quasimodo wieder (ok, diesmal kam er 30 Minuten später als in der Nacht zuvor, aber wer von uns schläft am Sonntag nicht auch gerne mal ein bisschen länger). Also, der Laute kam. Ich meine, ich hatte schon das eine oder andere Bier, aber auch nicht sooo viel, dass ich das Austauschen einer ganzen WC-Schüssel um morgens um halb 5 nicht mitkriegen würde!! Doch auch diesmal habe ich die Polizei nicht gerufen und auch diesmal war er um 6.00 wieder weg. Der Sonntag begann.
Mir war es dann irgendwie zu blöd, Evil Liz nochmals eine SMS zu schicken, obwohl die Toilette noch nicht ganz fertig repariert / installiert war. Ich verbrachte den Sonntagnachmittag mit Lesen und ging noch ein fettes z'nacht einkaufen. Irgendwann begann es zu regnen und es wurde so kalt, dass ich mit meinem Buch in die Küche ging und neben einer heissen Tasse Tee zuerst den Backofen auf 250° und dann mit geöffneter Backofentür die Küche auf 25° vorheizte. Summerfeeling pur, trotz Regen.
Plötzlich klopfte es an der Wohnungstür. Man muss wissen, dass es gleich nach dem kleinen Eingangsbereich der Wohnungstür links zur Küche geht. Ich ging nicht öffnen, Besuch erwartete ich erst in 10 Tagen und als Schweizer ist man meistens überpünktlich. Es klopfte noch einmal. Aus dem Küchenfenster sah ich zwei Gestalten vor der Tür, jung und verregnet. Erster Gedanke: Die suchen ein Zimmer.
Die Tür öffnend sah ich eine junge Frau und einen jungen Mann, einer wie ich es bin und sie fragten mich, ob Evil Liz vielleicht zugegen war. War sie nicht, zumindest nicht bei mir und ich fragte sie umgekehrt, was sie denn wollten. Wie der Zufall so spielt, waren sie meine Nachbarn, am Samstag eingezogen und ich bat sie, in anbetracht des Spukes, welcher sich in diesem Haus abspielte, kurz zu mir in die (zugegebenermassen) sehr warmen Küche. Zwei Franzosen (aus Annecy, resp. von der Uni Grenoble) und meine erste Frage an sie war, ob sie es denn nicht auch als ziemlich 'bizarre' empfinden würde, was in diesem Haus geschieht. Aï, das war ein Volltreffer, wir verstanden uns prächtig und sie erzählten mir ihre Geschichte und ich die meine und so haben wir nach einer Portion Fajitas und einer Folge 'Dr.House' in ihrer Wohnung gleich Freundschaft geschlossen. Bizarre sind das Haus, Quasimodo, Evil Liz und die vielen Alarmanlagen zwar immer noch, doch zu Dritt ist es irgendwie auszuhalten. Affaire à Suivre.
FRAGE DER WOCHE: Was meint ihr, was Evil Liz zu verstecken hat? Wer ist der Kerl mit der grünen Kapuzenjacke?
Übrigens: Auf Anraten der beiden Franzosen habe ich die Eingangstür trotz Befehl von Evil Liz mit Schloss und Riegel gestern Abend abgesperrt. Heute morgen um 05.00 (der Montag scheint nicht sein Ding zu sein) hörte ich dann jemanden an der Tür und kurz darauf wieder die Schritte über meiner Decke - später erhielt ich dann auch eine Message von Evil Liz, ich solle die Tür gefälligst nicht so verriegeln. Doch ich sage euch, ich werde es auch heute Abend wieder tun. :)
Donnerstag, 3. April 2008
Ankunft
Nun, ich muss sagen, dass ich mir mal geschworen habe, nie mehr mit Swiss zu fliegen. Gebucht habe ich den Flug nach Stockholm zwar über SAS, doch mit Code Share und Star Alliance landete ich schlussendlich bei einem Flug von Swiss.
Die Eincheck-Odissee, über die ich hier berichte, fing mit meiner Sorglosigkeit an. Es war morgens um 5 als ich aufgestanden bin, draussen hats geregnet weshalb ich gleich entschied, ein Taxi zu rufen. Pünktlich am Flughafen (es war ca. 05.40 und mein Flug sollte nach Plan um 06.50 den Boden verlassen) ging ich gleich zur dieser netten Dame am Check-In. Bereits hatte ich an diesen Automaten mein Sitz gebucht, mein Ticket gedruckt und meine Gepäck-Zettel vorschriftsgemäss an meinem Koffer und meiner Sporttasche angebracht. Soweit so gut.
Einmal bei der Dame, mussten ich und sie feststellen, dass ich mit 33kg ein bisschen zu viel Gepäck dabei hatte. Meine Überzeugungsarbeit, ich sei sonst ein Schlanker, half nichts, ich musste einen Preiszuschlag bezahlen. Ich willigte ein, ohne nach dem Preis zu fragen, zu müde war ich und sie hat's irgendwie auch verpasst. Sie drückte auf den Knopf und mein Gepäck ging in die Tiefen des Zürcher Flughafens.
Nun, Dame 1 konnte leider kein Geld einkassieren, ich musste zu einem anderen Schalter (zu Dame 2). Da traf mich dann der Schlag: 300.- für 12 kg Übergewicht, das war mir zu viel. Ich sagte, dass ich das nicht bezahlen werde und könne und Dame 2 meinte, dann könne ich mein Gepäck halt nicht aufgeben. Auf meinen Hinweis, mein Gepäck sei bereits 'durch' reagierte sie sichtlich ungläubig und sie bestelle Dame 1 an ihr Pult. Sie berieten nun und meinten, dass sie mein Gepäck dann halt wieder suchen lassen werden. Ich meinte dann, dass der Koffer ganz sicher mitmüsse, über die Sporttasche liesse sich diskutieren. So kam es, dass ich in die Ankunftshalle musste, um beim Luggage-Drop meine Tasche suchen musste um ihr die nötigen Kilos zu entnehmen. Als Sicherheit beschlagnahmten die beiden Damen meinen Boardingpass. [Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass ich 1. gereizt war und 2. mir die Zeit davon lief.] So gegen 06.20, nachdem ich rund 30 Min. an die Scheibe des Zolls (man kommt nicht einfach so in die Ankunftshalle) pöpperlete und die dafür vorgesehene Klingel bediente, öffnete eine andere Dame (3) -erneut völlig ungläubig - die Tür und fragte, was ich denn wolle. Kurz erläutert, rollte sie die Augen und meinte, dass das eigentlich nicht gehe, sie aber eine Ausnahme machen würde, da ja bereits das Boarding für meinen Flug begonnen hätte. Ich hatte meine Tasche, öffnete sie und wand dann den allseits beliebten Eskimo-Trick an. Einfach Hosen-, Jacken- und Manteltaschen mit Kleidern füllen und dann ging ich mit der jetzt leichtern Tasche erneut zum Check-In. Jetzt war es etwa halb 7.
Nun, weder Dame 1 noch Dame 2 waren zugegen und so sprach ich mit Dame 4. Die wog meine Tasche und meinte, dass sie meine Aufregung nicht verstehen könne, 7kg seien nie zuviel. Nun schaute ich ungläubig, leicht rätselnd ob ich noch schnell ein paar Sachen wieder in die Tasche stopfen soll?! Keine Zeit: ich mich solle mich beeilen, meinte Dame 4, das Gate schliesse in 10 Minuten. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich ja meinen Boardingpass noch ergaunern musste. Dame 4 war aber sehr unkompliziert und stellte mir kurzerhand einen Neuen aus, worauf ich micht mit 15kg Kleidern zur Passkontrolle aufmachte. Völlig ausser Atem.
Die Passkontrolle ging ganz schnell, doch dann der Security Check. Während ich beim Check-In noch die knappe Zeit erwähnen konnte, half hier gar nichts. Wer so viele Kleider an hat, der hat auch was zu verbergen. Ein seelenruhiger, netter Herr nahm sich so Tasche für Tasche und Jacke für Jacke vor und nutzte seinen Magnetstab an allen möglichen und unmöglichen Orten (blieb aber immer fair.. keine dummen Gedanken bitte).
Haha, nun war ich durch! Am Gate angekommen, war natürlich das Zeugs schon zu, der Bus war weg. Nette Dame 5 und nette Dame 6 beruhigten mich, riefen so gleich einen Shuttle-Bus und meinten, dass der Flieger warten werde. Erleichtert konnte ich um 06.48 ins Flugzeug steigen, mir meinen Platz aussuchen und die Füsse hochlagern, denn es waren höchsten 20 Personen in diesem 100-Pläze-Vogel.
Jetzt bin ich in Stockholm. All mein Gepäck schleppte ich nach Stocksund, im Norden der Stadt, quasi das Villars-Sur-Glâne hier. Ein bisschen ausserhalb, aber gut erreichbar. Im Zimmer, dass mir die geldgierige Landlady vermietet, waren (und sind glaub ich immer noch) 14°, auch im Badezimmer.. ein schönes Duscherlebnis war das. Mein Notebook ging in der ganzen Hektik wohl auch kaputt, rien ne va plus, somit auch kein Internet.
Genau aus diesem Grunde ging ich jetzt in die Innenstadt, nicht etwa in ein Internet-Kaffee, sondern benutzte ds'Lüti der Schweizer Botschaft. Der Empfangsherr gewährte mir Einlass und jetzt bin ich hier, in einer so super-sympatischen Umgebung, wie ich es mir nicht im Traum vorgestellt hätte. Gerade kamen Botschafter und Botschaftsrat, sowie Kanzlerin und hiessen mich willkommen. Mein Einzelbüro konnte ich auch schon beziehen und somit bin ich auf die Aufgaben gespannt, die mir zugeteilt werden. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Die Eincheck-Odissee, über die ich hier berichte, fing mit meiner Sorglosigkeit an. Es war morgens um 5 als ich aufgestanden bin, draussen hats geregnet weshalb ich gleich entschied, ein Taxi zu rufen. Pünktlich am Flughafen (es war ca. 05.40 und mein Flug sollte nach Plan um 06.50 den Boden verlassen) ging ich gleich zur dieser netten Dame am Check-In. Bereits hatte ich an diesen Automaten mein Sitz gebucht, mein Ticket gedruckt und meine Gepäck-Zettel vorschriftsgemäss an meinem Koffer und meiner Sporttasche angebracht. Soweit so gut.
Einmal bei der Dame, mussten ich und sie feststellen, dass ich mit 33kg ein bisschen zu viel Gepäck dabei hatte. Meine Überzeugungsarbeit, ich sei sonst ein Schlanker, half nichts, ich musste einen Preiszuschlag bezahlen. Ich willigte ein, ohne nach dem Preis zu fragen, zu müde war ich und sie hat's irgendwie auch verpasst. Sie drückte auf den Knopf und mein Gepäck ging in die Tiefen des Zürcher Flughafens.
Nun, Dame 1 konnte leider kein Geld einkassieren, ich musste zu einem anderen Schalter (zu Dame 2). Da traf mich dann der Schlag: 300.- für 12 kg Übergewicht, das war mir zu viel. Ich sagte, dass ich das nicht bezahlen werde und könne und Dame 2 meinte, dann könne ich mein Gepäck halt nicht aufgeben. Auf meinen Hinweis, mein Gepäck sei bereits 'durch' reagierte sie sichtlich ungläubig und sie bestelle Dame 1 an ihr Pult. Sie berieten nun und meinten, dass sie mein Gepäck dann halt wieder suchen lassen werden. Ich meinte dann, dass der Koffer ganz sicher mitmüsse, über die Sporttasche liesse sich diskutieren. So kam es, dass ich in die Ankunftshalle musste, um beim Luggage-Drop meine Tasche suchen musste um ihr die nötigen Kilos zu entnehmen. Als Sicherheit beschlagnahmten die beiden Damen meinen Boardingpass. [Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass ich 1. gereizt war und 2. mir die Zeit davon lief.] So gegen 06.20, nachdem ich rund 30 Min. an die Scheibe des Zolls (man kommt nicht einfach so in die Ankunftshalle) pöpperlete und die dafür vorgesehene Klingel bediente, öffnete eine andere Dame (3) -erneut völlig ungläubig - die Tür und fragte, was ich denn wolle. Kurz erläutert, rollte sie die Augen und meinte, dass das eigentlich nicht gehe, sie aber eine Ausnahme machen würde, da ja bereits das Boarding für meinen Flug begonnen hätte. Ich hatte meine Tasche, öffnete sie und wand dann den allseits beliebten Eskimo-Trick an. Einfach Hosen-, Jacken- und Manteltaschen mit Kleidern füllen und dann ging ich mit der jetzt leichtern Tasche erneut zum Check-In. Jetzt war es etwa halb 7.
Nun, weder Dame 1 noch Dame 2 waren zugegen und so sprach ich mit Dame 4. Die wog meine Tasche und meinte, dass sie meine Aufregung nicht verstehen könne, 7kg seien nie zuviel. Nun schaute ich ungläubig, leicht rätselnd ob ich noch schnell ein paar Sachen wieder in die Tasche stopfen soll?! Keine Zeit: ich mich solle mich beeilen, meinte Dame 4, das Gate schliesse in 10 Minuten. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich ja meinen Boardingpass noch ergaunern musste. Dame 4 war aber sehr unkompliziert und stellte mir kurzerhand einen Neuen aus, worauf ich micht mit 15kg Kleidern zur Passkontrolle aufmachte. Völlig ausser Atem.
Die Passkontrolle ging ganz schnell, doch dann der Security Check. Während ich beim Check-In noch die knappe Zeit erwähnen konnte, half hier gar nichts. Wer so viele Kleider an hat, der hat auch was zu verbergen. Ein seelenruhiger, netter Herr nahm sich so Tasche für Tasche und Jacke für Jacke vor und nutzte seinen Magnetstab an allen möglichen und unmöglichen Orten (blieb aber immer fair.. keine dummen Gedanken bitte).
Haha, nun war ich durch! Am Gate angekommen, war natürlich das Zeugs schon zu, der Bus war weg. Nette Dame 5 und nette Dame 6 beruhigten mich, riefen so gleich einen Shuttle-Bus und meinten, dass der Flieger warten werde. Erleichtert konnte ich um 06.48 ins Flugzeug steigen, mir meinen Platz aussuchen und die Füsse hochlagern, denn es waren höchsten 20 Personen in diesem 100-Pläze-Vogel.
Jetzt bin ich in Stockholm. All mein Gepäck schleppte ich nach Stocksund, im Norden der Stadt, quasi das Villars-Sur-Glâne hier. Ein bisschen ausserhalb, aber gut erreichbar. Im Zimmer, dass mir die geldgierige Landlady vermietet, waren (und sind glaub ich immer noch) 14°, auch im Badezimmer.. ein schönes Duscherlebnis war das. Mein Notebook ging in der ganzen Hektik wohl auch kaputt, rien ne va plus, somit auch kein Internet.
Genau aus diesem Grunde ging ich jetzt in die Innenstadt, nicht etwa in ein Internet-Kaffee, sondern benutzte ds'Lüti der Schweizer Botschaft. Der Empfangsherr gewährte mir Einlass und jetzt bin ich hier, in einer so super-sympatischen Umgebung, wie ich es mir nicht im Traum vorgestellt hätte. Gerade kamen Botschafter und Botschaftsrat, sowie Kanzlerin und hiessen mich willkommen. Mein Einzelbüro konnte ich auch schon beziehen und somit bin ich auf die Aufgaben gespannt, die mir zugeteilt werden. Ich halte euch auf dem Laufenden.
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